CED-Patienten, und der Umgang mit den eigenen Gefühlen

Hallo,

wer sich mit der psychischen Konstitution eines CED-Betroffenen beschäftigt oder das Gespräch sucht, wird feststellen, dass ein ungewöhnlich hoher Anteil dieser Gruppe darüber klagt, ein Problem im Umgang mit Drucksituationen zu haben. Sei es, dass dieser von außen an die jeweilige Person herangetragen, selbst kreiert oder für sich als solcher definiert wird. Da ich nicht den Anspruch erhebe, beurteilen zu können, wie andere derartige Situationen empfinden, beschreibe ich meine eigenen Erfahrungen. 

In der Nachbetrachtung entstanden Drucksituationen aus der Tatsache, dass ich tief in meinem Innern fühlte, keine authentische Persönlichkeit zu sein und demzufolge auch nicht das Leben zu führen, welches ich mir real vorstellte. Der Druck entstand durch die damit verbundene Scham, da mir diese Erkenntnis unangenehm war. Außerdem mangelte es mir an dem Mut, Dinge anzusprechen, da ich gegenüber den Menschen, die es betraf, Verlustängste verspürte. Sich weiter zu quälen und eine Rolle zu spielen, erschien mir als das „kleinere Übel“. Nichts wünschte ich mir jedoch sehnlicher, als ein freies und selbstbestimmtes Leben zu führen.

Schließlich kam ich zu der Erkenntnis, dass es u. a. die empfundene fehlende Freiheit war, die die Leere in meinem Innern erschuf. Freiheit, so wie ich sie verstehe bedeutet für mich:

Ich bin frei und unabhängig, wenn ich einer sogenannten „Autorität“ gegenüberstehe und keine weichen Knie bekomme. Ich lasse mir keine geistigen Fesseln anlegen und werde in jeder Situation frei denken und reden. Freiheit bedeutet, dass ich in Eigenverantwortlichkeit gehe, weil ich die Wahl habe. Es bedeutet, dass ich mir keinen Sündenbock suche, wenn etwas nicht gelingt. Wer frei ist, jammert nicht und versinkt nicht in Selbstmitleid. Es bedeutet, gnadenlos ehrlich zu sich selbst zu sein. Das bedingt, der Wahrheit in die zumeist hässliche Fratze zu blicken. Wenn ich mich selbst belüge, mich nicht auf den Weg mache, mich zu entdecken, wird sich an meinem Zustand nichts ändern. Zu diesen Dingen, die ich hier beschreibe, war ich nicht fähig.

Freiheit zu erhalten, ist schwere Arbeit. Kräfte, die einen unterdrücken, können Ängste verursachen, weil sie zunächst als Schutz empfunden werden. Die Veränderung, Freiheit leben zu wollen, muss einen berühren, sie muss aus dem Inneren heraus erwachsen. Der Impuls muss stark genug sein, um sich der Widerstände, die uns auf dem Weg in die gefühlte und gelebte Freiheit begegnen, erwehren zu können. Der Weg wird beschwerlich sein und lange dauern, vielleicht ein Leben lang. Er wird sich jedoch lohnen, weil am Ende die Erfüllung steht. Ich denke, dass nur der Mensch Zufriedenheit erlangen kann, der im tiefesten Inneren weiß, dass seine Entscheidungen auf der Basis eigener, wahrhaftig definierter und empfundener Wünsche getroffen wurden. Sich zu befreien, könnte einer der Missionen sein, die es zu erfüllen gilt. Wer zufrieden leben will, der kann sich nur auf den Weg machen, seine Freiheit zu erbauen. Wer Fesseln spürt, sollte sie nicht aushalten, sondern sich ihrer entledigen. Das ist schwer und bedarf vieler Kräfte. Ich muss mich selbst annehmen, um frei leben und sein zu können. Bin ich mir meiner guten und schlechten Seiten bewusst, so brauche ich nicht mehr die Bestätigung von außen. Ich bin mit mir im Reinen. Hieraus entsteht ein Wert, der mich erleichtern kann, weil ich nicht die Schuld bei anderen suche und den Konflikt an ihnen austrage. Gehe ich friedfertig und gütig mit anderen Menschen um, pflege ich mich und kann mich, auch vor dem Spiegel, annehmen. Wer sich selbst liebt und annimmt, wird ganz. Menschen, die einen annehmen und wahrhaftig spiegeln, sind besonders wertvoll. All dies brauchen wir, um schließlich frei sein zu können. Wir kommen an der Wahrheit nicht vorbei, wenn wir authentisch und bestimmt leben wollen. Nur dadurch, dass wir aufrichtig sprechen und uns Belastendes von der Seele reden, sind wir in der Lage, unsere Psyche und unseren Organismus zu entgiften. Wir Menschen können viel reden, ohne dabei etwas zu sagen. Ich denke, dass die Taten viel mehr über einen Menschen aussagen, als das, was er vorgibt zu planen. Schließlich sind sie es, die nach einer getroffenen Entscheidung, dem Leben eine neue Richtung verleihen.

Im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung zur Heilung von CED, erscheint es mir notwendig, sich auch professioneller Unterstützung zu bedienen. Daher möchte ich auf diesem Wege jeden CED-Patienten ermutigen, hierüber nachzudenken und den ersten Schritt in die Selbstannahme zu gehen. Der Coach Heinrich Diederichsen bietet wertvolle Unterstützung an. Hier sein Link:

http://www.des-kiel.de

Er bietet auch ein Coaching via Skype und per Email an.

Sollte es Euch ähnlich oder auch anders ergangen sein, so hinterlasst mir gerne einen Kommentar!

Röschi

Veröffentlicht von

Holger Röschmann

Geboren am 24.12.1965 in Eckernförde, Sternzeichen: Steinbock, Wohnhaft: Kiel, Zweijährige Ausbildung zum Psychologischen Berater Zweijährige Ausbildung zum Heilpraktiker, Ausbildung zum Psychologischen Berater (hier auch als Berater tätig gewesen), Keine Kinder, Hobbies: Sport, Yoga, Meditation, Lesen, viel Reisen, Blogger. Charakter: Querdenker, kommunikativ, vielseitig interessiert, offen.

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